Die Problematik der privaten Rentenversicherung wird erst noch richtig als gesellschaftlich-politisches Problem einschlagen. Wenn die Rente mit 67 nun endgültig beschlossene Sache ist, so wird dies höchstwahrscheinlich noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Fakt ist zunächst, dass diese Anhebung des Rentenalters erst in mehr als 20 Jahren zur Entlastung des Rentensystems führen wird. Das heißt also erst ab dann kommt die eigentliche Änderung, wenn also die ersten Rentner mit 67 Jahren in Rente gehen. Zum heutigen und jetzigen Datum findet absolut keine Entlastung der Rentensysteme statt. Folglich müsste eigentlich die Rente auf ein Lebensalter von 70 oder gar noch mehr Jahren angehoben werden. Und möglichst sollte diese Änderung nicht erst in unzähligen Jahren in Kraft treten, sondern unmittelbar.
Jüngere Menschen wissen es natürlich, dass die bloße staatliche Rente nicht mehr ausreichen wird für das Bestreiten des Lebensabends. Die Belastung ist für junge Menschen also besonders groß: Einerseits müssen sie ein Rentensystem finanzieren, aus dem sie wahrscheinlich noch nicht einmal ihre eingezahlten Beiträge wiedersehen werden (da immer mehr Arbeiter einen Rentner finanzieren müssen und die Rücklagenbildung gleich null beträgt). Zweitens müssen sie für ihre eigene Rente zunehmend privat vorsorgen, was sie zumeist über eine privaten Rentenversicherung oder Fondssparpläne laufen lassen. Drittens müssen sie für Nachwuchs sorgen und diesen auch noch ernähren. Diese Belastung für junge Familien müsste eigentlich reduziert werden, wenn die jetzige reiche Rentnerschaft mit sehr hohen Pensionen ein wenig verzichten würde. Doch leider ist das System so pathologisch, dass ein Verzicht auf Konsum lediglich von Einzahlern erwartet wird.
Es wird kaum realisierbar sein, dass ein Mensch im Alter von 67 Jahren noch voll erwerbstätig im Berufsleben stehen kann, mit weiter steigendem Alter schon gar nicht. Aus diesem Grund lässt sich wirklich nur empfehlen, zu Zeiten des Erwerbslebens doch ein Stück mehr zu verzichten und lieber mehr Geld in die Altersvorsorge zu stecken.
Natürlich sollte man staatliche Fördermöglichkeiten wie die Riester Rentenversicherung nutzen, jedoch darf dies nicht der einzige Baustein bei der Altersvorsorge bleiben. Wer wirklich etwas erreichen will, der muss bedeutend mehr in die Privatvorsorge investieren. Deshalb sollte man sich einmal ein Bild davon machen, wieviel Geld man monatlich im Alter haben möchte. Viele vergessen, dass bis zum Renteneintritt und auch während der Rente die Inflation weiter ansteigt bzw. ansteigen wird, weshalb man nicht zu knapp kalkulieren sollte.
Kategorie(n) Rente & Altersvorsorge